Die Cathedra steht für den Dienst des Bischofs in seiner Lehrverantwortung den Gläubigen gegenüber. Deswegen soll ihr Ort "inmitten und gegenüber" der Gemeinschaft der Gläubigen sein. Die Cathedra soll einen festen Ort haben und erinnert auch außerhalb einer liturgischen Feier an den Charakter des Münsters als Bischofskirche. Da das Freiburger Münster als Pfarrkirche erbaut wurde und dies auch heute noch ist, gab es bislang keinen architektonisch "vorgegebenen" Platz für die Cathedra. Die konkrete Stelle der Cathedra stimmt nun mit dem Platz überein, an dem sie seit vielen Jahren bei allen großen Gottesdiensten stand in der Linie zwischen Zelebrations- und Hochaltar. Die Gestaltung ist in Stein (wie Altar und Ambo) und Holz ausgeführt. Der Blick auf das Altarbild von Hans Baldung Grien wird nicht beeinträchtigt.
Angesichts der kontroversen Auseinandersetzung um den Verbleib der beiden "vorderen Seitenaltäre" - Anna-Altar und Dreikönigsaltar - wurden nach der Altarweihe über einige Wochen hinweg Eindrücke von der neuen Raumgestaltung gewonnen und Anfang Februar 2007 mit 1:1-Modellen der beiden Seitenaltäre ebenso verfahren. Die beiden zuständigen Gremien, das Domkapitel mit dem Erzbischof und der Pfarrgemeinderat der Dompfarrei, haben unabhängig von einander und einhellig entschieden, die Altäre nicht mehr an den bisherigen Orten aufzustellen, da sie das neue Raumempfinden stören würden. Über den endgültigen Standort der Altäre muss noch in der Münsterbaukommission entschieden werden.
Paul Wehrle