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Die Baugeschichte

Rekonstruktion des Zustands von 1256
Rekonstruktion des Zustands von 1256
aus: B. Schaufelberger, Wie die Freiburger ihr Münster bauten

Das Freiburger Münster, Stadtpfarrkirche und seit 1821/27 Bischofskirche der Erzdiözese Freiburg, ist ein Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung. Berühmt vor allem wegen seiner einzigartigen, durchbrochenen Turmspitze birgt die Kirche in ihrem Innern eine große Anzahl mittelalterlicher Kunstwerke, wie Altäre, Glasmalereien und Skulpturen. Nahezu unversehrt hat das Münster die zahlreichen Kriege, vor allem die beiden Weltkriege des 20. Jh. überstanden.

Über mehrere Jahrhunderte hat man am Freiburger Münster gebaut, von circa 1200 bis Mitte des 16. Jh. Dank der reichen Silbervorkommen im Schwarzwald, mit denen Freiburg reich geworden war, und der ergiebigen Sandsteinvorräte in der Stadt und der näheren Umgebung waren die Voraussetzungen für so ein gewaltiges Bauwerk günstig. So gehört das Freiburger Münster zu den wenigen großen gotischen Kirchen, die noch im Mittelalter einschließlich des Turmes fertiggestellt wurden. Die Verantwortung und Finanzierung lagen zunächst bei den Stadtherren, den Herzögen von Zähringen und den Grafen von Freiburg. Ab circa 1300 übernahm die Stadt selbst  die Leitung über die Arbeiten. Bis Anfang des 19. Jh. waren die aus dem Stadtrat gewählten Münsterpfleger zuständig für das Bauwerk und seine Ausstattung.

Eine Apostelfigur wird ausgetauscht
Eine Apostelfigur wird ausgetauscht
Foto: Münsterbauverein

Das Freiburger Münster hat eine lange und komplizierte Baugeschichte. Im Laufe der Bauzeit erlebte es viele Planwechsel und Baumeister, die in der Anfangszeit anonym blieben. Erst mit Beginn des spätgotischen Chorbaus kennt man ihre Namen. Zu ihnen zählt Johannes von Gmünd aus der berühmten deutschen Baumeister- und Bildhauerfamilie "Parler". Beim Bau orientierte man sich an den zwei wichtigsten Bischofskirchen am Oberrhein: Nach dem Vorbild des Basler Münsters wurde das Freiburger Münster im spätromanischen Baustil begonnen, ab 1230/40 im gotischen Stil in Anlehnung an das Straßburger Münster weitergeführt. Die künstlerischen Verbindungen und die gegenseitigen Anregungen kommen in allen drei Bauwerken in vielfältiger Weise zum Ausdruck, in der Architektur wie in der Skulptur.

Auch nach der Vollendung des Münsters Mitte des 16. Jh. s setzte sich die Bautätigkeit mit zahlreichen Ergänzungen und Anbauten zur Verschönerung der Kirche fort. Parallel hierzu wurden immer wieder Restaurierungsarbeiten durchgeführt, die bis zum heutigen Tag andauern. Diese Arbeiten teilen sich seit 1890 das Erzbischöfliche Bauamt und der Münsterbauverein mit der Münsterbauhütte, die seit dem Mittelalter mit kurzer Unterbrechung besteht.

Heike Mittmann

Literatur:

  • Flum, Thomas: Der spätgotische Chor des Freiburger Münsters, Berlin 2001, (Neue Forschungen zur deutschen Kunst, 5), Löbbecke.
  • Morsch, Dieter Gerhard: Die Portalhalle im Freiburger Münsterturm, Münster, New York, München, Berlin 2001, (Studien zur Kunst am Oberrhein, Bd.1).
  • Osteneck, Volker: Die romanischen Bauteile des Freiburger Münsters und ihre stilgeschichtlichen Voraussetzungen. Studien zur spätromanischen Baukunst am Oberrhein, Köln / Bonn 1973.
  • Schaufelberger, Benedikt:  Wie die Freiburger ihr Münster bauten. Eine Zeitreise in historisch präzisen Zeichnungen, Freiburg, 5. Auflage 2006.
  • Schlippe, Joseph: Das Freiburger Münster im zweiten Weltkrieg, in: 75 Jahre Münsterpflege. Freiburger Münsterbauverein 1890-1965 (Hg. Paul Booz), Freiburg 1965.
  • Schramm, Gottfried (Hg.): Das Freiburger Münster. Der ?schönste Turm der Christenheit?, Freiburg 2005 (kleine Freiburger Reihe, Bd.2).

Fr, 10.09.2010
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