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Der Hochaltar

Der Hochaltar im Freiburger Münster
Der Hochaltar im Freiburger Münster
Foto: Christoph Hoppe

Der Hochaltar des Freiburger Münsters mit seinen insgesamt 11 Bildtafeln gehört zu den bedeutendsten Altarwerken der Dürerzeit. Der Straßburger Künstlers Hans Baldung Grien schuf ihn gemeinsam mit Mitarbeitern aus seiner Werkstatt zwischen 1512 und 1516. Auf der Rückseite des Altars hat er sich mehrfach - mit seinem Monogramm, dem vollständigen Namen und einem Porträt - verewigt. Dort befindet sich auch die Jahreszahl der Fertigstellung.

Das Hauptwerk des Münsters ist Maria, der Patronin des Freiburger Münsters geweiht. Es ist ein Klapp- oder Wandelaltar, der sich aus einem festen Mittelbild, zwei Standflügeln und zwei beweglichen Flügeln zusammensetzt.

Dem Verlauf des Kirchenjahres entsprechend kann der Marienaltar auf- und zugeklappt werden. Während der längsten Zeit im Jahr ist der Altar geöffnet. Auf dem fast quadratischen Mittelbild (253 x 232,4 cm) sieht man dann die Krönung Marias, umrahmt von den zwei halb so breiten Aposteltafeln (je 288,5 x 101,5 cm). Zur Weihnachtszeit, vom 1. Adventssonntag bis zum 2. Februar, werden die beweglichen Flügel des Hochaltares zugeklappt. Zu sehen sind nun die Weihnachtsbilder, vier gleich große, hohe Tafeln (je 288,5 x 106 cm), auf denen die wichtigsten Szenen des Marienlebens dargestellt sind: die Verkündigung, die Heimsuchung, die Geburt Christi und die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten. Alle Tafeln schließen nach oben mit goldfarbenem, geschnitztem Rankenwerk ab. Ein geschnitztes Relief mit den Heiligen Drei Königen auf dem Altarsockel (Predella) ergänzt die Marienszenen.

Auch die Rückseite ist bemalt. Auf dem Hauptbild sieht man die Kreuzigung Christi (288,5 x 237 cm), auf den Flügeln die Heiligen Hieronymus, Johannes der Täufer, Laurentius und Georg (je 288,5 x 106cm). Auf der Predella sind die vier Münsterpfleger dargestellt, die 1512 an Hans Baldung Grien den Auftrag gegeben haben.

In der Fastenzeit, vom Aschermittwoch bis zum Gründonnerstag, wird die Hauptansicht des Hochaltars mit einem 12,5m x 10m großen Fastentuch aus dem Jahre 1612 verhängt. Von Ostern bis Fronleichnam schmückt ihn der "Silberne Altar", eine Goldschmiedearbeit aus der Mitte des 18. Jh.

Der Altar steht noch heute an seinem historischen Standort. 1827 wurde er allerdings anlässlich der Erhebung des Münsters zur Bischofskirche 2,5 m nach Osten verrückt, um mehr Raum zu gewinnen. Bei dieser Gelegenheit verbreiterte und erhöhte man den Altarblock, verkleidete ihn mit neugotischen Schnitzereien und schmückte die Aposteltafeln und Weihnachtstafeln mit geschnitztem Rankenwerk. Außerdem versah man den Altar mit einem mehrere Meter hohen Architekturaufbau, der nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr aufgesetzt wurde. Wie der ursprüngliche Aufsatz des Altares im Mittelalter aussah, ist nicht bekannt.

Heike Mittmann

Literatur:

  • Hans Baldung Grien, Katalog der Ausstellung im Augustinermuseum 19. Oktober 2001 bis 15. Januar 2002, Hg. Stadt Freiburg im Breisgau, Saskia Durian-Rees, Freiburg 2001.
  • Göttlich gekrönt, Eine geistliche Einführung in die Tafelbilder des Hochaltars, im Auftrag des c-punkt Münsterforums Freiburg, Hg. Markus Aronica, Freiburg 2007.

Fr, 10.09.2010
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