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Die Portalhalle

Das Hauptportal - Außenansicht
Das Hauptportal - Außenansicht
Foto: Thomas Kunz

Durch einen einzigartigen Hauptzugang gelangt man in das Freiburger Münster. Auf der Westseite des Turms öffnet sich ein monumentales, spitzbogiges Portal, das zunächst in eine figurenreiche Halle führt, von wo aus man durch ein weiteres Portal ins Innere gelangt. Schon das äußere giebelgeschmückte Hauptportal, das aus schlanken Säulen mit fein gearbeiteten Laubkapitellen besteht, zeigt die hervorragende Arbeit der Freiburger Steinmetze.

Künstlerischer Höhepunkt ist jedoch die Portalhalle. Alle Wände sind mit einer dichten Folge von biblischen und allegorischen Figuren versehen, die inmitten schöner Spitzbogenarchitekturen stehen. Sie sind gebildet aus zierlichen Säulen und Giebeln, besitzen fein gearbeitete, doppelreihige Blattkapitelle und zeigen auf den Giebelflächen phantasievolle Reliefs, die menschliche Gestalten, Köpfe, Tiere oder Blattwerk zeigen; zwischen den Giebeln ragen kleine wasserspeierartige Figuren hervor.

Portalhalle - Innenansicht
Portalhalle - Innenansicht
Foto: Karl-Heinz Raach

Steinbänke entlang der Nord- und Südwand weisen auf die wohl ursprünglich geplante Nutzung als Gerichtshalle hin. Darauf deuten auch die Sitzskulpturen der Gerichtsherren, der Grafen von Freiburg, am Turmeingang außen hin.

Die eigentliche Bedeutung dieses schmuckvollen Raumes liegt jedoch im religiösen Gehalt seiner Bildwerke. Für die an Büchern armen und des Lesens unkundigen Bürgern waren sie eine Art Bilderbibel, die ihnen die Grundlagen des christlichen Glaubens illustrieren sollten. Hierzu zählen die Geschehnisse des Alten Testaments in Gestalt von Propheten, Patriarchen und Königen, die Heilsgeschichte des Neuen Testaments sowie die vielen biblischen und allegorischen Figuren, die als Warnung oder als christliche Vorbilder für die Menschen gedacht sind.

In einem Raum und an einer einzigen Tür wurden hier die großen theologischen Zyklen vereint, die an den  französischen Bischofskirchen über mehrere Portale verteilt sind.

Heike Mittmann

Literatur:

  • Morsch, Dieter Gerhard: Die Portalhalle im Freiburger Münsterturm, Münster - New York - München - Berlin 2001 (Studien zur Kunst am Oberrhein, Bd.1).
  • Markus Aronica, Vom Teufelchen zum Weltenrichter. Eine Einführung in das Bildprogramm der Portalhalle im Freiburger Münsterturm, Freiburg 2004.
  • Spath, Emil: Das Tor zum Leben, Die Hauptportalhalle des Freiburger Münsters, Lindenberg 2004.
  • "Edle Faltenwürfe, abentheuerlich bemalt..." Die Turmvorhalle des Freiburger Münsters. Untersuchung und Konservierung der Polychromie (Landesdenkmalamt Baden-Württemberg, Arbeitsheft 17), Stuttgart 2004.

Fr, 10.09.2010
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