Projekte | Baumaßnahmen

 
Auf diesen Seiten stellen wir Ihnen auszugsweise einige Sanierungsmaßnahmen und Neubauprojekte vor, die wir in den vergangenen Jahren gemeinsam mit dem Erzbischöflichen Bauamt Freiburg umgesetzt haben. Ebenso berichten wir über die laufenden Projekte und über die geplanten und beantragten Baumaßnahmen.
 

Projekte in Ausführung

 

2024/25
Die Entstehung der Münstersakristei steht im Zusammenhang mit dem Beginn des spätgotischen Chorneubaus, der um die Mitte des 14. Jhs. begann. Vermutlich wurde die Sakristei schon vor Baubeginn des neuen Chores geplant und in Teilen errichtet. Sie ist ein längsrechteckiger Raum, der zwischen dem Südquerhausarm und dem südlichen Chorkapellenkranz liegt. Von der Südseite belichten drei hohe Fenster den Raum. An der Nordseite grenzt sie an den südlichen, romanischen Hahnenturm sowie an den Chorumgang. Blendbögen und Schachbrettfries an Nord- und Westwand sind Motive der romanischen Bauteile des Hahnenturms und des Südquerhausarmes und somit Zeugnis einer früheren Bauphase des Münsters.
 
Die Sakristei mit ihrer reichen Innenausstattung besitzt eine hohe wissenschaftliche, insbesondere sakral-, architektur-, kunst- und ausstattungsgeschichtliche Bedeutung, sowie besonderen künstlerischen Wert. Durch die Entstehung im ausgehenden Mittelalter kommt der Sakristei einschließlich ihrer Ausstattung ein hoher Alterswert zu. 
 
Die Sakristei dient der sorgsamen Verwahrung von Paramenten und liturischen Geräten, die während der Messe erforderlich sind, sowie der Gottesdienstvorbereitung, aber auch -nachbearbeitung. Dazu zählen die geistige Vorbereitung des Priesers als auch das Richten von Messbuch und Kelch sowie das Anlegen der liturgischen Gewänder. Ihrer Funktion entsprechend ist die Sakristei mit Schränken möbliert, die zur Unterbringung der für den Gottesdienst notwendigen Gegenstände dienen. Die Schränke sind  in vermutlichzwei Ausstattungsphasen im 18. Jh. entstanden.
 

Erforderliche Maßnahmen

Die Steinoberflächen sind durch Ruß und Staub stark verschmutzt. Historische Fugenmörtel, Malschichtreste sind zur Vorbeugung von deren Verlusten zu sichern. Die Sakristeischränke (erste Hälfte des 18. Jahrhunderts) sind durch die intensive und ständige Nutzung stark verschmutzt. Es sind kleinere Verluste der Funiere, Schäden am Holz und Risse, abgebaute Oberflächenüberzüge, nachträglich unsachgemäß eingebrachte Pflegeschichten (Sockelbereich) sowie schwergängige, z.t nicht funkionierende Beschläge und Führungen (Vorbeugung von Folgeschäden) festzustellen. Die Fenster und UV-Verglasungen sowie Metallgegenstände und Gemälde sind stark verschmutzt. Die gesamte Innenausstattung ist zu restaurieren. Daneben bestehen Mängel an der elektrischen Installation und dem Raumklima. Schlussendlich gilt es auch, die Sakristei in einem historisch gewachsenen, aber auch heute noch voll funktionierenden Zustand zu bewahren.
 
Die prognostizierten Gesamtkosten belaufen sich auf etwa 900.000 Euro. Die Freiburger Münsterstiftung beteiligt sich großzügig mit 102.000 Euro, die Dr. Ellen-Gottlieb-Stiftung und die Gottlieb-Stiftung mit einem bedeutenden Betrag von insgesamt 207.500 Euro. Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz fördert das Projekt mit 60.000 Euro. Daneben fördert das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen (MLW) des Landes Baden-Württemberg die Restaurierung der Sakristei mit 166.000 Euro aus Erlösen der Staatlichen Toto-Lotto GmbH.
 
Wenn auch Sie die Restaurierung der Sakristei unterstützen möchten, überweisen Sie bitte Ihre Spende mit dem Vermerk "Restaurierung Sakristei" auf das Konto des Münsterfabrifkonds Freiburg.
 
Die Arbeiten begannen im Herbst 2024. Alle Maßnahmen plant und koordiniert das Erzbischöfliche Bauamt Freiburg.
 
Allen Spenderinnen und Spendern, der Münsterstiftung, der Ellen-Gottlieb-Stifung und dem Land Baden-Württemberg ein herzliches Dankeschön für Ihr finanzielles Engagement!
 
 
Landesdenkmalpflege
Gefördert vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg aus den Erlösen der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg.
 
Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Gefördert aus Mitteln der Deutschen Stiftung Denkmalschutz.
 
Freiburger Münsterstiftung
Diese Maßnahme wurde mit Mitteln der Freiburger Münsterstiftung finanziell wesentlich unterstützt.
 
Dr. Ellen-Gottlieb-Stiftung
Diese Maßnahme wurde großzügig aus Mitteln der Dr. Ellen-Gottlieb-Stiftung Freiburg gefördert.
 
 

Abgeschlossene Projekte

Auswahl

 

2022-2025
Über das letzte Jahrzehnt hinweg hat der Münsterfabrikfonds nach und nach die Kapellen im spätgotischen Hochchor des Freiburger Münsters restaurieren lassen. Diese Arbeiten folgen dabei einem mit der Denkmalpflege entwickelten Grundkonzept: Reinigung der Raumschale und des Gewölbes, Sicherung der Maßwerke, Ausbau und Restaurierung der Verglasung, Restaurierung der Einrichtungsgegenstände und schließlich Restaurierung des historischen Gitters.

In der Nördlichen Kaiserkapelle steht seit 2009 der 1881 gefertigte Marienaltar von Anton Warth, Sigmaringen. Dieser ehemalige Sakramentsaltar stand ursprünglich an der Stirnseite des südlichen Seitenschiffs, von woher er im Rahmen der Neugestaltung des Bereichs um den Zelebrationsaltar in die Chorkapelle versetzt wurde, um dem bedeutenden Dreikönigsaltar Platz zu machen. Der Marienaltar wurde damals genau untersucht und ein Restaurierungskonzept entwickelt, welches nun umgesetzt werden wird.
 
Ebenso finden sich in der Kapelle zwei Epitaphien der Basler Geistlichen Christoph Pistorius und Nicolaus von Brinikhoffen, sowie drei weitere Grabplatten. Notdürftig mit Seidenpapier gesichert, warten die Epitaphien auf Ihre Sicherung und Reinigung, damit sie wieder in altem Glanz erstrahlen können.
 
Gegenüber der Chorkapelle steht hinter dem Hochaltar der spätotische Marienbrunnen von 1511. Unterhalb der schönen Marienfigur ergoss sich früher das Wasser aus 13 Röhrchen in die beiden großen übereinanderstehenden Brunnenschalen. Die Restaurierung dieses Brunnens erfolgt im Rahmen der Maßnahmen in der Nördlichen Kaiserkapelle.
 
Die Freiburger Münsterstiftung beteiligt sich großzügig mit 100.000 Euro an den Gesamtkosten von etwa 435.000 Euro. Ebenso steuert die Ellen-Gottlieb-Stiftung einen bedeutenden Betrag von 140.000 Euro. Daneben fördert das Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen (MLW) des Landes Baden-Württemberg die Restaurierung der Nördlichen Kaiserkapelle mit 110.000 Euro aus Erlösen der Staatlichen Toto-Lotto GmbH.
 
Wenn auch Sie die Restaurierung der Nördlichen Kaiserkapelle unterstützen möchten, überweisen Sie bitte Ihre Spende mit dem Vermerk "Nördl. Kaiserkapelle" auf das Konto des Münsterfabrifkonds Freiburg.
 
Die Arbeiten beginnen im Spätjahr 2022. Alle Maßnahmen plant und koordiniert das Erzbischöfliche Bauamt Freiburg.
 

Allen Spenderinnen und Spendern, der Münsterstiftung, der Ellen-Gottlieb-Stifung und dem Land Baden-Württemberg ein herzliches Dankeschön für Ihr finanzielles Engagement!
 

2023
 
Zur Vervollständigung der Klangfarben der vier Münsterorgeln wurde schon vor vielen Jahren unter der Amtszeit des damaligen Domorganisten Professor Ludwig Doerr der Einbau von drei besonders markanten Registern vorgesehen, sogenannte Chamaden. Es handelt sich dabei um auch optisch sehr spektakuläre Zungenregister in 16‘, 8‘ und 4‘ Länge, was klanglich der Basslage, der Normallage und der Sopranlage entspricht. Die Fanfarenregister aus der Familie der Trompeten sind dabei horizontal (frz. „en chamade“) angeordnet und sprechen mit einem besonders obertonreichen schmetternden Klang, der im vollen Orgelwerk noch merklich hörbar ist, direkt in den Raum. Dieser Klangeffekt ist besonderen Situationen vorbehalten, etwa in der Liturgie einem festlichen Ein- oder Auszug, oder im Konzert wohldosiert in Finalsätzen von Orgelmusik entsprechender Stilistik. Ursprünglich stammen die ebenso als „Spanische Trompeten“ benannten Register von der iberischen Halbinsel, wurden aber dann später auch vielfach im französisch-romantischen Orgelbau von Orgelbauern wie beispielsweise Aristide Cavaillé-Coll disponiert und gebaut. Große Orgelanlagen der Neuzeit haben solche Register häufiger in ihrem Fundus.

Dieses Vorhaben konnte jedoch nie in die Wirklichkeit umgesetzt werden, ging es doch zunächst vielmehr darum, die überkommene große Orgelanlage der 1960-er Jahre grundlegend zu überarbeiten und in die Zukunft zu führen. So wurde die Marienorgel umfassend renoviert und neu intoniert, die Langschifforgel unter Erhalt aller Originalsubstanz ausgereinigt, die Michaelsorgel, sowie die Chororgel durch neue Instrumente ersetzt. Im Neubau der Michaelsorgel wurden 2008 bereits die grundlegenden Ideen von Ludwig Doerrs "Bombardenwerk" der 1980-er Jahre integriert.
 
Nichtsdestotrotz bestand weiterhin der Wunsch, eines Tages das Chamadenwerk einfügen zu können, um die Klangfarben zu ergänzen. Seit 2019 waren die Schalter hierfür am Hauptspieltisch vorbereitet. Im Münster eignet sich als Standort für die Chamaden besonders die Michaelsorgel auf der Westempore des Münsters, da von dort aus die volle Länge des Kirchenschiffs klanglich erreicht werden kann. Durch die weit oben im Raum angeordnete Position ergibt sich ein angenehm hörbarer Effekt mit entsprechendem Nachhall.
 
Der Stiftungsrat der Gertrud-Rösch-Stiftung hat sich die Finanzierung dieses großen Projekts zu eigen gemacht und konnte dem Münsterfabrikfonds dieses großartige Projekt ermöglichen. Gertrud Rösch hatte zu Lebzeiten für ihren Nachlass vorgesehen, dass eine eigenständige gemeinnützige Stiftung für das Freiburger Münster gegründet würde. Nach Röschs Tod im Jahr 2017 konnte die so entstandene Stiftung dann durch ihre Unterstützung mittlerweile zahlreiche Projekte am Münster in die Realität umsetzen. Die Zeit ihres Lebens sehr an der Musik interessierte Gertrud Rösch hätte es sicher sehr gefreut, das Chamadenwerk entstehen zu sehen und es zu hören.
 
Der Münsterfabrikfonds bedankt sich herzlich bei der Gertrud-Rösch-Stiftung und ihren Vorständen Peter Knors, Wolfgang Engler und Philipp Danner für die großzügige Förderung und das uns entgegengebrachte Vertrauen. Das Chamadenwerk möge vielfach die Klänge im Münster bereichern und uns immer wieder an die Großherzigkeit Gertrud Röschs erinnern. Möge es viele Nachahmer*innen geben!
 

2022
Vor ziemlich genau 13 Jahren wurde im Freiburger Münster eine neue Beleuchtungsanlage eingebaut. Diese durch die renommierten Lichtplaner Ingenieure Bamberger aus dem bayerischen Pfünz entwickelte Innenbeleuchtung hat die Schönheit und die Raumwirkung des Freiburger Münsters völlig neu sichtbar werden lassen.
 
Technik entwickelt sich rasch weiter, und so formulierte der Münsterfabrikfonds - vor allem vor dem Hintergrund der Nachhaltigkeit und des Klimaschutzes - den Wunsch nach einer Umstellung dieser Innenbeleuchtung auf LED Technik zum Schutz der Ressourcen. 
 
Hierfür werden nun die bestehenden konventionellen Leuchtmittel durch LED-Leuchtmittel umgestellt, indem die damals eigens für das Münster entwickelten Leuchten an den vorhandenen Plätzen umgebaut und mit neuen LED-Engines ausgerüstet werden. Das bestehende Beleuchtungskonzept und die DALI-Steuertechnik bleiben dabei vollständig erhalten. Ziel des Vorhabens ist die Reduzierung des Stromverbrauchs für die Beleuchtung um etwa 75%. Die Planung übernimmt dabei wiederum das Ingenieurbüro Bamberger, die Ausführung liegt bei der im Münster erfahrenen Firma Elektro Ullmann aus Freiburg.
 
Die Finanzierung dieser Maßnahme wird gefördert von der Erzdiözese Freiburg und vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.

Nationale Klimaschutzinitiative

Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert das Bundesumweltministerium seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen und Bildungseinrichtungen.
 
 
 

2021
Das kleine Fastentuch ist in der Technik der „Tüchleinmalerei“ auf Leinwand ausgeführt und in einem Zierrahmen aus Holz gespannt. Es zeigt die Kreuztragung Christi und ist datiert mit der Jahreszahl 1611. In früherer Zeit wurde es zum Verhüllen von Altären in der Fastenzeit genutzt.
 
Zur Bearbeitung wurde das circa 3,5 Meter breite und 2 Meter hohe Gemälde fachgerecht in das Atelier einer Textilrestauratorin verbracht, wo es bearbeitet wurde. Da die Malschicht auf der Leinwand sehr fragil ist, musste bei allen Arbeitsschritten sehr sorgsam vorgegangen werden. Die Oberfläche des Bildes war durch eine rußige Schmutzschicht stark abgedunkelt. Bei der vorsichtigen Reinigung mittels Micro-Saug-Blas-Verfahren konnte die Oberflächen punktgenau und sehr schonend bearbeitet werden. Dies führte zu einem sehr guten Reinigungsergebnis, das die detailreiche Darstellung wieder besser zum Vorschein brachte. Anschließend erfolgte die Festigung poröser Malschichtoberflächen um eine weitere Ablösung vom Untergrund zu verhindern. Durch verschiedene grobe Reparaturnähte von früheren Restaurierungen kam es zu Spannungen und Verschiebungen in den Leinwandbahnen. Diese Nähte wurden entfernt. Durch die Anwendung sorgsamer Verfahren in kleinen Teilabschnitten konnte die Restauratorin die zusammengezogenen Oberflächen wieder glätten. Die vorhandenen Risse und Fehlstellen sicherte sie durch das vollflächige Unterlegen mit einem Stützgewebe. Durch vorsichtiges Setzen von filigranen Nähten heftete die Restauratorin das Unterleggewebe in einem Stützliniensystem an die bemalte Leinwand. Dies bietet Stabilität und Schutz für den gealterten Stoff und die darauf aufgebrachten Farbpigmente. Bestehende Fehlstellen in der Oberfläche wurden durch kleinflächige Retuschen auf dem Unterleggewebe angepasst um Störungen beim Betrachten der Darstellung zu Vermeiden.
 
Nach dem Abschluss der Maßnahme wurde das Kleine Fastentuch an seinen Hängeort im Chorumgang gegenüber der Lichtenfels-Krozingen-Kapelle zurückgebracht.
 
Die Maßnahme wurde durch die Zuwendung der Münsterstiftung und einem Zuschuss des Landesamtes für Denkmalpflege finanziell getragen.
 
Text: Linda Gründler, Erzbischöfliches Bauamt Freiburg
 
 
Freiburger Münsterstiftung
Diese Maßnahme wurde mit Mitteln der Freiburger Münsterstiftung finanziell wesentlich unterstützt.
 
Landesdenkmalpflege
Gefördert vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg aus den Erlösen der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg.
 

2021
Die Lambertusbüste, die eine Reliquie des Heiligen Bischof Lambertus von Lüttich enthält, wurde alljährlich zum Lambertusfest, dem Jahrestag des Freiburger Stadtpatrons, im Altarraum des Freiburger Münsters aufgestellt. Es handelt sich um eine in Silber getriebene, teils vergoldete Plastik die den Heiligen mit Pontifikalgewand und Mitra darstellt, reich geschmückt mit Gravuren und Ziersteinen. Sie ist in das Jahr 1514 datiert und ruht auf einem älteren, mit Figuren besetzen Sockel, auf dem sie in früherer Zeit bei Prozessionen mitgetragen wurde.
 
Um die Büste ganzjährig für die Öffentlichkeit zugänglich machen zu können, wurde eine Vitrine geplant, die eine angemessene Klimatisierung und die Sicherung der wertvollen Figur ermöglicht. Die Planung wurde von einem Fachmann für Vitrinen unterstützut. Bei der langen Suche nach einem geeigneten Standort wurde die Grafenkapelle im nördlichen Seitenschiff ausgewählt.

Die Vitrine ist mit einem niederen Sockel in Metall und großen, allseitigen Glasflächen schlicht gestaltet, um die glänzende, ca. 1 Meter hohe Figur in den Mittelpunkt zu stellen und ihr genügend Raum zu geben. Entsprechend dem Gestaltungskonzept für das Innere des Münsters wurden die Metalloberflächen in einem Grauton ausgeführt, der sich zurückhaltend in das bestehende Umfeld einfügt, sich jedoch klar als neues Element ablesen lässt. Über kleine Strahler in der Vitrine wird die Figur beleuchtet um die zahlreichen Details erkennbar werden zu lassen.
 
Die Mittel für die Umsetzung der Vitrine sind eine Förderung der Gertrud-Rösch-Stiftung.
 
Text: Linda Gründler, Anton Bauhofer, Erzbischöfliches Bauamt
 

2018-2020
In der Villinger-/ Böcklinkapelle konnte nach der bereits erfolgten Reinigung und Sanierung der Wand- und Gewölbeflächen, der Verglasungen sowie den Epitaphen Harrsch und Scherenzgi im Jahr 2018 die Bearbeitung der Ausstattung fortgeführt werden.
 
Der barocke Beichtstuhl stammt aus dem 18. Jahrhundert. Der mit furnierten Oberflächen und Schnitzwerk ausgestattete Holzkorpus wurde vor einigen Jahren an die modernen Erfordernisse angepasst, sodass er auch heute für die Beichte genutzt werden kann. Der Beichtstuhl war vor allem durch verschiedene Beläge, wie Staub und Ruß verschmutzt. Die Restauratorin Elke Thiessen hat die Schmutzschicht abgenommen und gereinigt und zudem kleine Ausbrüche im Holz ergänzt und fragile Teile gefestigt.
 
Das für Wilhem Böcklin von Böcklinsau errichte Grabmal ist aus grauem, teilweise gefasstem Stein gearbeitet und insgesamt über vier Meter hoch. Es zeigt den in der Kapelle beigesetzten Stifter in Ritterrüstung mit bischöflichem Ornat darüber. Er steht auf einem Löwen, flankiert von einem mit Engeln und Wappentafeln verziertem Architekturrahmen. Nach der Reinigung der stark verschmutzten Oberflächen durch die Restauratorin Johanna Quatmann und den Restaurator Luzius Kürten wurden lose Schichten in Stein und Fassung gefestigt sowie kleinere Fehlstellen geschlossen oder ergänzt. Außerdem befinden sich zahlreiche hölzernen Teile am steinernen Grabmal, welche vermutlich im Zuge späterer Reparaturen angefügt wurden. Diese wurden ebenfalls gereinigt und fixiert. Mit kleinflächigen Retuschen wurden stark auffällige Stellen angepasst, sodass sich das Grabmal nach der Bearbeitung in einer einheitlichen Oberfläche darstellt.
 
Auch bei der Bearbeitung des Annenaltars stand die Abnahme der starken Oberflächenverschmutzung durch die Arbeitsgemeinschaft der Restauratorinnen Astrid Bronner und Heidi Kiesslinger sowie des Restaurators Thomas Grünewald im Vordergrund. Die Schreinfiguren zeigen Anna Selbdritt (Maria, ihre Mutter Anna und das Christuskind) flankiert von Joachim und Josef. Die detailreich geschnitzten Figuren sind um 1515 gefertigt und werden anhand der Arbeitstechnik dem Meister HL zugeschrieben. Auch das obere Schleierwerk entstand im 16. Jahrhundert. Der Altarschrein und das Antependium stammen dagegen aus dem 19. Jahrhundert und wurden für die Aufnahme der Figurengruppe von Joseph Dominik Glaenz neu geschaffen. Einige Jahre später wurde der gesamte Altar einschließlich der Figuren von Vinzenz Hauser farbig gefasst. Durch die Reinigung der Restaurator/-innen konnte ein sehr gutes und gleichmäßiges Ergebnis erzielt werden, wodurch vor allem das Inkarnat der Figuren wieder gut erkennbar zu Tage tritt. Des Weiteren wurden kleinere Schädigungen im Holz, beispielsweise Hohlstellen an den Figuren durch ehemalige Insektenfraßgänge oder Fehlstellen an den Maßwerken und Kanten des Schreins, stabilisiert bzw. angefüllt und kleinere Retuschen vorgenommen.
 
Die geschmiedeten Kapellenabschlussgitter sind auf das Jahr 1570 datiert. Diese sind, wie alle Kapellengitter, im Grundton Weiß mit roten, grünen und goldenen Zieraufsätzen gehalten. Verziert sind die Gitter mit aus Eisenblech gefertigten, buntgefassten Blattornamenten und einem Baldachin über der Tür mit Wappen. Die Neufassung der Gitter entstand um das Jahr 1910. Durch die Restauratorin Kathrin Hubert wurde die Konservierung der Gitter durch eine Reinigung, die Sicherung von gelösten Farbschichten, der Befestigung gelockerter Metallteile sowie dem Auftragen eines Korrosionsschutzes ausgeführt.
 
 
Freiburger Münsterstiftung
Diese Maßnahme wurde mit Mitteln der Freiburger Münsterstiftung finanziell wesentlich unterstützt.
 
Landesdenkmalpflege
Gefördert vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg aus den Erlösen der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg.
 
 

2017/18
2018 wurden die umfangreichen Sanierungsmaßnahmen am Freiburger Münsterturm mit einer kompletten Umgestaltung auch der Türmerstube abgeschlossen. Im Oktober 2019 hat nun die hierbei beauftragte Freiburger Agentur designconcepts gleich zwei Preise für Konzeption und Gestaltung der Münsterturmstube erhalten: den renommierten internationalen Designpreis des Landes Baden-Württemberg, „Focus Special“ im Bereich Public Design/Interior Design sowie den Iconic Award 2019 vom Rat für Formgebung.
 
Der Münsterturm ist sicherlich eines, wenn nicht das beliebteste und frequentierteste Freiburger Besucherziel – trotz der 209 Stufen, die es zunächst zu erklimmen gilt, um in die Türmerstube zu gelangen. Die denkmalpflegerische Zielsetzung bei der Neugestaltung vor zwei Jahren war es, die historische Türmerstube wieder in ihrer ursprünglichen Form erlebbar zu machen. Der Blick in alle vier Himmelsrichtungen sollte freigehalten und die historische Bausubstanz dabei unberührt bleiben.
 
Das Prinzip Reduktion aus dem Innenraum übertragen
Gelungen ist dies in der Umsetzung nun einerseits, indem die notwendigen Einbauten als Einzelobjekte ohne konstruktive Verbindung zum Bestand integriert wurden. Priorität hatte andererseits auch die optische Reduktion aller modernen, also neu hinzutretenden Elemente, wie sie bereits zuvor beim Wegeleitsystem im Münsterinneren umgesetzt worden war: Eine unaufdringliche Gestaltung in historischer Umgebung, die dennoch alle Besucherinformationen und Einrichtungselemente unmittelbar erkennbar macht. Das Design und die Umsetzung ordnen sich in den denkmalgeschützten Bestand ein und beanspruchen lediglich das für ihre Funktion notwendige Maß an Aufmerksamkeit. 
 
 
 

2017/18
Die Peter-und-Pauls-Kapelle befindet sich im nördlichen Querhaus des Freiburger Münsters.
 
 
 
Um die Jahre 1335-1350 wurde die gotische Kapelle als zusätzlicher Anbau im Bereich des romanischen Querhauses eingefügt. Die Ostwand der Kapelle schmückt ein wertvolles mittelalterliches Wandbild mit der Kreuzigung Jesu. Die als Altarbild angelegte Wandmalerei wurde vermutlich nach dem Bau der Kapelle in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts aufgebracht.
 
In der gesamten Kapelle besteht eine starke Verschmutzung durch Staub und Ruß. Besonders aber die dunklen Ablagerungen auf dem Wandbild und die labilen Oberflächen machen eine restauratorische Bearbeitung zur Konservierung und Erhaltung der Substanz dringend erforderlich.
Zunächst werden die steinsichtigen Wand- und die verputzten Gewölbeflächen der Kapelle von der Restauratorin Andrea Zurl gereinigt und gesichert. Um ein einheitliches, ruhiges Bild der Steinflächen zu erzielen, retuschiert sie abschließend die Fugenlinien und Steinrandbereiche.
 
Die Restaurierung der Fenster beschränkt sich weitgehend auf ihre Reinigung, da sie sich in einem guten Zustand befanden. Die Arbeiten führt die Firma Oidtmann in Linnich aus. Auf den Fenstern sind die Apostel Petrus und Paulus sowie Maria mit Kind und die heilige Katharina von Alexandrien dargestellt. Die ursprüngliche Verglasung der Kapelle (um 1345/50) ist jedoch nur noch zum Teil original. Im Verlauf des 19. Jahrhunderts hatte man die mittelalterliche Verglasung offenbar zur besseren Beleuchtung des Treppenaufgangs zur Empore (Teil des ehemaligen Letteners) ausgebaut. 1926 fügte der Freiburger Künstler Fritz Geiges die oberen Figurenfelder und die Maßwerkscheiben unter Hinzufügung von Rekonstruktionen wieder ein. Die untere Hälfte der Figuren war offensichtlich verloren gegangen; an ihrer Stelle hatte man einfaches Glas eingesetzt. Bei der letzten Restaurierung der Münsterfenster entschied man sich nach langen Diskussionen, das Fenster wieder zu vervollständigen. Nach Entwürfen von Oda Krauß wurden die unteren Figurenfelder 1980/81 von der Firma Oidtmann rekonstruiert. 
 
Restauriert wird auch die über zwei Meter große, bunt gefasste Holzfigur des Herzens Jesu, die vor der Westwand der Kapelle steht und 1925 von dem Freiburger Holzbildhauer Josef Dettlinger geschaffen wurde. Die Maßnahmen führen Astrid Bronner und Heidi Kießlinger durch und beschränken sich auf das Reinigen und Festigen der Fassung.
 
Als abschließende Arbeit erfolgte die Restaurierung des wertvollen Wandbildes
Eine Zustandserfassung sowie Vorschläge von Maßnahmen zur Bearbeitung des Wandbildes waren bereits 2012 im Rahmen der Diplomarbeit von Maria Prochniak an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart angefertigt worden.
Die Restaurierung umfasst zunächst die Abnahme der starken Verschmutzung durch Ruß und Staub. Diese wird sehr sorgsam mit Pinsel und Reinigungsschwämmchen vorgenommen, um weitere Schädigungen der empfindlichen Oberflächen zu vermeiden. Anschließend wird der Malschichtbestand gesichert und konserviert. Eine weitere Aufgabe besteht darin, die Lesbarkeit des Bildes, welche durch verschiedene Schäden und Malschichtverluste stark eingeschränkt ist, durch Retuschen zu verbessern. Hierfür wurde ein Konzept entwickelt, das auch die von früheren Restaurierungen vorhandenen Strichretuschen integriert. Durch diese Ergänzungen wurden die fehlenden Bildbereiche optisch geschlossen und damit die Wahrnehmung des Gesamtbildes deutlich verbessert.
 
 
 
Dr. Ellen-Gottlieb-Stiftung
Diese Maßnahme wurde großzügig aus Mitteln der Dr. Ellen-Gottlieb-Stiftung Freiburg gefördert.
 
Landesdenkmalpflege
Gefördert vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen Baden-Württemberg aus den Erlösen der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg.
 

2016
Das Freiburger Münster besitzt mit insgesamt 19 Glocken ein sehr stimmenreiches und vielseitiges Geläute. Neben der bedeutenden Hosanna-Glocke aus dem Jahr 1258 befinden sich im Hauptturm 2 weitere historische Glocken. Aus 15 modernen Glocken besteht das Hauptgeläute des Münsters. Es wurde 1959 durch den sehr bekannten Glockengießer Friedrich Wilhelm Schilling gegossen. Nähere Informationen zur Glockengeschichte des Münsters finden Sie auf unserer Homepage.
 
Nachdem im Jahr 2008 der Glockenstuhl in seinem obersten Stockwerk erneuert wurde und einige Glocken umgehängt wurden, hat sich das ehemals einheitliche Klangbild negativ verändert. Zudem wurde durch umfangreiche Untersuchungen und Messungen durch das Europäische Kompetenzzentrum für Glocken der Hochschule Kempten klar, dass die vorhandenen Klöppel die Glocken in ungünstiger Weise beanspruchen und schädigen.Das Erzbischöfliche Metropolitankapitel und der Münsterfabrikfonds haben sich angesichts der Ergebnisse eines wissenschaftlichen Kolloquiums dazu entschlossen, für alle 18 im Hauptturm sich befindliche Glocken neue Klöppel anfertigen zu lassen.
 
Nach aufwendigen Berechnungen und Planungen durch das Kompetenzzentrum (ECC Pro Bell) wurden die neuen Klöppel bei der Firma Rosswag geschmiedet und werden im Dezember 2016 im Münster montiert. Das Ziel ist nicht nur die Schonung der Glocken - auch der Glockenklang soll positiv verändert und homogenisiert werden.
 
Auf die Arbeiten erfolgen auch erneute Messungen der mechanischen Beanspruchung der Glocken und der Auswirkungen der Schwingungen auf den Münsterturm zur Sicherung der Ergebnisse. Die Arbeiten werden durch die Hochschule Kempten und den Glockeninspektor des Erzbistums, Herrn Wittekind, begleitet.
 

2014-2016
Zur Reduzierung der Emissionsbelastung wurde die Kohleheizung des Freiburger Münsters 1957 auf Öl - und danach auf Gasbetrieb umgestellt. Der unterirdische Kohlenkeller befindet sich jedoch heute noch auf der Nordseite des Münsterplatzes. Er war in einem desolaten Zustand und musste deshalb dringend saniert werden.

Zunächst war geplant, den Heizraum in seiner ursprünglichen Größe zu belassen und lediglich die marode Decke zu erneuern. Während der Planungsphase entstand die Idee, den vorhandenen Raum nach Norden hin zu erweitern, um eine dringend benötigte Lagermöglichkeit für notwendige Utensilien des Münsterbetriebs (Konzertstühle, Reinigungsgeräte, Chorpodeste) zu schaffen. Sie sind bisher im Chorumgang, bzw. in einer Garage in der Herrenstraße notdürftig eingelagert. Im Innern des Münsters existieren nur sehr wenige Lagerflächen, deshalb wurde immer wieder versucht, in der Nähe des Münsters geeigneten Stauraum zu finden. Mit der Erweiterung des Heizraums und einer direkten Anlieferung mit Hilfe eines Lastenaufzugs soll nun eine Lagermöglichkeit geschaffen werden, die zu einer wesentlichen Entlastung des Chorumgangs führen wird. Außerdem benötigt man zur Reinigung der Filtermatten aus den Heizkanälen einen Arbeitsplatz, der in diesem Raum ebenfalls untergebracht werden kann.
 
 
Die örtliche Situation auf der Nordseite des Münsters ist sehr beengt. Die Größe des unterirdischen Neubaus resultiert aus der verbleibenden Fläche zwischen demnoch vorhandenen Untergeschoss der ehemaligen Andreas-Kapelle (ehemaliges Beinhaus) und einem notwendigen Schutzabstand zu den Fundamenten der Außenwand des Münsters. Zur Sicherung der Baustelle waren Spundwände erforderlich, deren statische Berechnung in den Händen von Dipl.–Ing. Guido Kremp lag.
 
Bevor mit der eigentlichen Baumaßnahme begonnen werden konnte, mussten ein Regenwasserkanal und verschiedene Elektro- und Gasleitungen verlegt werden. Das Grabungsfeld befindet sich innerhalb des städtischen Friedhofs, der im Mittelalter im direkten Umfeld des Münsters lag. Deshalb erfolgten die Ausgrabungen unter der Leitung des Archäologen Dr. Bertram Jenisch vom Freiburger Regierungspräsidium, der Grabungstechnikerin Barbara Volkmer-Perrot und einem geschulten Grabungsteam. Mit der Untersuchung der aufgefundenen Gebeine wurde der Anthropologe, Sönke Bohnet MA beauftragt.
 
Im Zweiten Weltkrieg detonierten im nördlichen Bereich des Münsters mehrere Fliegerbomben. Deshalb erwartete man, dass der ehemalige Friedhof in diesem Bereich mehrfach gestört worden war. Auch verlaufen verschiedene Leitungen im Erdreich, die ebenfalls die Gräber tangierten, zudem wurde vermutet, dass der Einbau des Kohlenkellers bereits zu erheblichen Störungen des Erdreichs geführt hatte. Diese Annahmen hatten sich nicht bestätigt, stattdessen wurden auf der etwa 100 qm großen Grabungsfläche etwa 260 intakte Gräber entdeckt. Hochgerechnet auf die Gesamtfläche des Friedhofs ergibt sich somit eine Bestattungsdichte von 20.000 bis 25.000 Gräbern. Die geborgenen Gebeine wurden sorgfältig kartiert und dokumentiert. Nach Abschluss der Untersuchungen sollen sie im unterirdischen "Beinhaus" der Andreas-Kapelle wieder bestattet werden. 
 
Die bisher durchgeführten Untersuchungen führten bereits zu interessanten neuen Erkenntnissen über die Lebensumstände der mittelalterlichen Freiburger Bevölkerung, die die bisherigen wissenschaftlichen Ergebnisse erweitern. Neben der Auswertung von Geschlecht, Alter und Größe konnten an den Gebeinen sogar Essgewohnheiten und Erkrankungen der Verstorbenen ermittelt werden.
Die Bergung der unerwartet großen Anzahl der Gräber, die ohne Störung vorgefunden wurden, führte jedoch zu einer deutlichen Verzögerung der Baumaßnahme. In enger Zusammenarbeit mit der FWTM konnte eine gute Abstimmung der Bauarbeiten mit dem täglichen Marktbetrieb auf dem Münsterplatz erreicht werden.
 
 
 
 

2013-2017

Orientierung geben an einem lebendigen Ort

Das Freiburger Münster gehört zu den bedeutendsten sakralen Bauten Deutschlands. Es erfüllt hier eine Vielzahl von Aufgaben. An erster Stelle ist es Sakralraum, Bischofskirche und Stadtpfarrkirche – Ort des Gebets und der liturgischen Feier. Für Besucher der Stadt Freiburg ist das Münster herausragendes Baudenkmal von historischem wie kulturellem Interesse. Es ist Wahrzeichen der Stadt Freiburg und weltbekannte Tourismusdestination.
Damit steht das Freiburger Münster mehr als andere Kirchen im Spannungsfeld zwischen der aktiven Ausübung des Glaubens und dem kulturellen und touristischen Interesse einer internationalen Öffentlichkeit. Obwohl das Münster sicher zu den herausragenden Kulturgütern zählt ist es doch kein Museum, sondern versteht sich als lebendiger Treffpunkt wie auch meditativer Rückzugsort. Andacht und Gebet bedürfen der Stille, gleichzeitig sollen festliche Anlässe und kulturelle Veranstaltungen hier ebenfalls ihren Raum finden.

Orientieren und Führen

Es gilt daher, Besucher mit den unterschiedlichsten Interessen zu führen und den Weg zu weisen. Zugleich muss das Leitsystem der Würde des Ortes und den denkmalpflegerischen Aspekten gerecht werden. Neben der Orientierung im Raum heißt Führung auch, den Besuchern Hinweise zu den Verhaltensweisen an diesem besonderen Ort zu geben. Gebote sind daher genauso Bestandteil des Orientierungssystems wie die Wegweisung selbst.

Informieren und Begleiten

Veranstaltungen brauchen Besucher, Besucher brauchen Informationen. Das betrifft einerseits die vielfältigen kirchlichen Aktivitäten wie auch andererseits das Münster als Kulturdenkmal. Neben der Orientierung bedarf es daher eines Systems, um die vielfältigen Informationen zu strukturieren und dadurch ein einheitliches und klares Erscheinungsbild zu erlangen.

Award-winning

Am 25. November 2016 hat designconcepts in Frankfurt einen der renommierten DDC Awards „Gute Gestaltung 17“ entgegengenommen. In der Rubrik Raum/Architektur wurde für unser Leitsystem „Münster Freiburg“ einer der begehrten Preise übergeben. 
 
Umsetzung: designconcepts.
Projektpartner Planung und Realisierung Möblierung: Otmar Veit, Veit Architektur
 
  
 
 
Eugen-Martin-Stiftung
Diese Maßnahme wurde mit Mitteln der Eugen-Martin-Stiftung finanziell wesentlich unterstützt.
 

2009
Die bisherige Beleuchtung im Freiburger Münster wurde von vielen Gottesdienstbesuchern als unzureichend erachtet. Besonders älteren Menschen war das Lesen in den Seitenschiffen nicht möglich. Mehrere Versuche mit neuen Pendelleuchten führten zu keinem befriedigenden Ergebnis. Deshalb wurde das Ingenieurbüro Bamberger aus Pfünz bei Eichstätt mit einer Lichtplanung für das gesamte Münster beauftragt. Bei einer Musterbeleuchtung im Juni 2008 konnte die Bauherrschaft vom neuen Beleuchtungskonzept überzeugt werden.
 
Inhaltliches Ziel war eine Auseinandersetzung des gotischen Raumes mit den liturgischen Nutzungen unserer Zeit. Das neue Beleuchtungskonzept ist deshalb sehr zurückhaltend, aber klar in seiner formalen Aussage gestaltet und zeigt sehr deutlich, dass es in unserer Zeit hinzugefügt wurde. Die Oberflächenhelligkeit ist so gehalten, dass der Zeitgeist der Gotik in heutiger Formensprache interpretiert wird.
 
Das Hauptschiff des Münsters wird mit Lichtquellen an den Brüstungen im Obergaden erhellt. Es wurden Leuchtenbrücken entwickelt, die das Licht in das Gestühl abgeben, jedoch auch das Gewölbe und die Seitenwände ausleuchten. Dadurch erfährt der Raum eine neue Plastizität und Tiefe. Die Leuchten können mit einer neuen Lichtsteuerungsanlage einzeln gedimmt werden. Für die Seitenschiffen wurden cardanische Lichtköpfe entwickelt, die auf die Kapitele der Außenwandpfeiler aufgesetzt wurden.
 
Im Hochchor erfolgt die Ausleuchtung über speziell ausgelegte Doppelfokusstrahler in Hochvolthalogen- bzw. Hochdruckmetalldampftechnik, die in die Gewölbescheitel eingelassen wurden. Der Leuchtenkopf befindet sich über dem Gewölbe und kann von oben werkzeuglos gewartet werden. Die Bohrung der Deckenöffnung erfolgte mit Hilfe eines Hubsteigers. 
 
Die Chorkapellen werden über Lichtschienen in einer äußerst schlanken Form mit cardanisch gelagerten Lichtköpfen ausgeleuchtet. Diese Lichtschienen sind unmittelbar neben den Bündelpfeilern platziert. Neben der Ausleuchtung der Altäre wird wie in den Seitenschiffen das Licht in die Gewölbe und auf den Boden gelenkt.
 
Die einzelnen steuer- und dimmbaren Leuchten sind in pragmatische Szenen (Lichtstimmungen) in einem Steuerungssystem hinterlegt wie z.B. Pontifikalamt, Messe, Andacht, Orgelkonzert oder Führung am Tag. Der Aufruf dieser Szenen erfolgt von der Sakristei an einem berührungssensitiven Bildschirm. Die Bedienung ist bewusst einfach gestaltet und erfordert damit keine spezielle Einweisung.
 
Die Leuchten sind zum größten Teil Entwicklungen für das Münster. Bei der Montage wurde auf Eingriffe in die Bausubstanz so gut wie möglich verzichtet; viele Befestigungen wurden als Klemmverbindungen ausgeführt. Das neue Licht lässt das Münster nie gesehenes erleben und hat seine Funktionalität bereits erwiesen.
 
 
Eugen-Martin-Stiftung
Diese Maßnahme wurde mit Mitteln der Eugen-Martin-Stiftung finanziell wesentlich unterstützt.
 

 
 Ausreinigung der Michaelsorgel (2023)
 Renovierung des Turmaufzugs innen (2021-2022)
 Sicherheitsmaßnahmen an der Besuchergalerie am Turmhelm (2022)
 Austausch von vier Zungenregistern der Marienorgel (2021)
 Restaurierung des Südlichen Choreingangs und Sanierung der Chororgelempore (2018-2020)
 Neubau der Chororgel (2019)
 Sanierung des historischen Glockenstuhls
 Reinigung Portalhalle (2018)
 Neubau des Eingangs zum Turmaufgang (2018)
 Restaurierung der Stürzelkapelle mit dem Taufstein Christian Wentzingers (2016/17)
 Sanierung der Marienorgel (2017)
 Restaurierung der Mondsichelmadonna (2016)
 Neubau eines Hauptspieltischs für die 4 Orgeln des Freiburger Münsters (2013)
 Restaurierung der Schnewlin- und der Südlichen Kaiserkapelle (2013)
 Sanierungsarbeiten auf der Michaelsempore und an der Westwand (2012)
 Neue Fensterscheiben in der Heilig Grab-Kapelle (2012)
 Neuausstattung des Chorumgangs (2011)
 Brandschutzmaßnahmen am Turm
 Sanierung der Langschifforgel (2010)
 Sanierung der Seitenschiffe (2009)