
Märtyrerfenster

In den Langbahnen des vierteiligen Fensters schildern 16 Rundscheiben die Leiden von Heiligen, die zur Zeit der römischen Christenverfolgung (3./4. Jahrhundert) grausam gefoltert und ermordet wurden. Ihre Namen sind in den Rahmen genannt. Die eindringlichen und teils lebhaften Darstellungen konzentrieren sich vor abwechselnd blauem und rotem Grund auf den gequälten Heiligen und zwei Folterer. Diese Medaillons veranschaulichen die menschliche Grausamkeit und Brutalität.

Von der mittelalterlichen Farbverglasung blieben nur acht Rundscheiben und Reste der umgebenden Ornamentstreifen erhalten. Im 18. Jahrhundert hatte man große Teile des Fensters ausgebaut, um mehr Licht in der Kirche zu haben. Anfang des 20. Jahrhunderts ersetzte sie Fritz Geiges durch Neuschöpfungen, die er in Anlehnung an die noch vorhandene mittelalterliche Verglasung gestaltete. Er passte sie so gut dem Stil des Originals an, dass eine Unterscheidung zwischen alt und neu schwer fällt.
Die Geburt Christi und die Marienkrönung im Maßwerk entstanden um 1270/80. Die Anbetung der Heiligen drei Könige schuf Geiges um 1922.
