Tulenhauptfenster

 
 
 
 
 
Das Fenster stifteten die Kaufleute Franz und Adelheid Tulenhaupt sowie die Bergbauunternehmer der Silbergrube "Dieselmuot" auf dem Schauinsland. Das Wappen der Tulenhaupts befindet sich auf den zwei mittleren Sockelfeldern. Außerdem ist das Ehepaar zu Füßen seines Schutzpatrons, dem Apostel Andreas zu sehen. Schriftbänder nennen zusätzlich ihre Namen. 
 
Links birgt eine Schutzmantelmaria vielleicht weitere Angehörige der Familie. Diese Darstellung gehört zu den frühesten dieses Marientypus, der erstmals für die erste Hälfte des 13. Jahrhunderts nachgewiesen ist. Das Motiv steht symbolisch für Maria als Beschützerin und Mutter aller Menschen.
In den seitlichen Bahnen sind vier Szenen aus der Legende des Heiligen Nikolaus von Myra zu sehen, dem Schutzpatron der Kaufleute, Schüler und Seeleute. Die Bildfelder zeigen ihn im bischöflichen Ornat  als Beschützer und Retter der Seefahrer, Kaufleute, Schüler und armen Frauen.

In den Sockelfeldern arbeiten Bergleute in den Gruben und schürfen Silbererze. Diese Szenen bilden wichtige Bilddokumente aus der Geschichte des mittelalterlichen Silberbergbaus, dem Freiburg seinen Wohlstand verdankte. So zeigen sie anschaulich und kunstvoll z.B. die damalige Arbeitskleidung und die Technik des Förderns.  Im Maßwerk ist die Himmelfahrt Christi in ungewöhnlicher Weise dargestellt: Christus sitzt auf einem Thron, den zwei Engel in den Himmel heben. In den Vierpässen darunter befinden sich von links die Heiligen Franz von Assisi, Apostel Matthias, Ritter Reinold und Apostel Jakobus der Ältere.