Das Freiburger Münster im Zweiten Weltkrieg
Obwohl die Freiburger Altstadt bei dem schweren Luftangriff auf Freiburg am 27. November 1944 zu über 80% zerstört wurde und auch die meisten Häuser am Münsterplatz verwüstet waren, blieb das Münster wie durch ein Wunder von Bombentreffern verschont. Als eines von wenigen Bauwerken blieb es inmitten des Infernos stehen. Selbst der hochaufragende Westturm blieb erhalten und wurde für die Freiburger Bürger zum Hoffnungszeichen für den Frieden.
Trotzdem erlitt das Bauwerk schwere Schäden. Durch den Einschlag zweier Sprengbomben in 15 Meter Entfernung vor der Front des nördlichen Querschiffes hatten von dort Druck und Sog sowie Sprengstücke der Bomben und die wie Geschosse emporgeschleuderten Pflastersteine des Münsterplatzes dem Bau erhebliche Schäden zugefügt. Drei Pflastersteine waren sogar auf den obersten Turmteilen entdeckt worden.
Der konstruktive Bestand des Münsters und die Baukörper im Ganzen hielten zwar stand, doch waren die Dächer fast vollständig abgedeckt worden, Fenster und Türen aufgerissen, die Maßwerke in den Fenstern zerstört sowie viele Architektur- und Schmuckteile abgebrochen. Fast unbeschadet überstanden dagegen die bedeutenden, durch Schutzbauten gesicherten Figurenportale des Münsters den Angriff. Ebenso die kostbaren Skulpturen der Westturmhalle, deren Eingangsportal mit einer massiven Backsteinwand zugemauert worden war. Auch die wertvolle Ausstattung des Münsters, die mittelalterlichen Altäre, Glasmalereien, Skulpturen etc. blieben erhalten, da man sie rechtzeitig geborgen und in Schutzräumen des Münsters (Hahnentürme, Westturmhalle) und in auswärtigen Gebäuden aufbewahrt hatte.
Eine große Gefahr bestand für die Gewölbe, die durch Schnee und Regen unter den nackten Dächern durchnässt waren und einzustürzen drohten. Durch eine beispielslose Hilfsaktion, an der sich u.a. Jugendliche der Pfarreien als Dachdecker betätigten, und durch großzügige Ziegelspenden u.a. von der Schweiz gelang es, die Dächer bis zur Jahreswende 1945/46 wieder komplett einzudecken. Damit konnten nicht nur die Gewölbe, sondern auch die alten, teilweise noch aus dem Mittelalter stammenden Dachstühle gerettet werden. Über mehrere Jahrzehnte zog sich die Beseitigung der Kriegsschäden hin.

