Patronat "Unsere Liebe Frau"

 
 
 
Das Freiburger Münster führt das Patronat "Unsere Liebe Frau". Es ist, wie viele katholische Kirchen und Kapellen, Maria, der Mutter Jesu Christi, der Gottesmutter geweiht. Maria ist zugleich Patronin der Erzdiözese Freiburg und war auch bereits Patronin des erloschenen Vorgängerbistums Konstanz. Im Freiburger Münster verdichtet sich somit die Marienverehrung, die die katholische Kirche insgesamt und die Erzdiözese Freiburg im Besonderen kennzeichnet.

Unter den verschiedenen möglichen Marienfesten im Kirchenjahr hat das Freiburger Münster das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel, im Volksmund Mariä Himmelfahrt genannt, zum Patrozinium (= Patronatsfest). Diesem Fest liegt älteres, von Papst Pius XII. aber erst 1950 zum Dogma erhobenes Glaubensgut zugrunde. Theologischer Inhalt des Festes ist, dass das, was allen Menschen verheißen ist, für Maria nach dem Ende ihres irdischen Lebens bereits wirklich geworden ist, nämlich die leibliche und seelische Vollendung bei und in Gott. Die damit verdeutlichte bleibende und besondere Beziehung Mariens zu Gott, die ihr als Mutter Jesu Christi zuteil wurde, ist aber nicht ihr eigenes Verdienst, sondern sie verdankt sie allein der Gnade Gottes. So bringt dieses Marienfest am Beispiel Mariens auch zum Ausdruck, dass durch Leben, Tod und Auferstehung Jesu Christi dem Menschen von Gott her die Fülle des Lebens eröffnet ist.
 
Die Marienverehrung findet im Freiburger Münster an vielen Stellen gewissermaßen Stein, Bild und Glas gewordene Gestalt. Zwei seien beispielhaft genannt: Am Haupteingang in der Portalvorhalle des Münsters wird der Besucher von einer überlebensgroßen Maria Königinnen-Figur mit dem Jesus-Kind auf dem Arm begrüßt, die an der Säule unterhalb des herrlichen Tympanons steht und mit dem Altarbild der Krönung Mariens des Hochaltars von Hans Baldung Grien korrespondiert. Und im Hauptschiff ist an der Stirnwand vor der Vierung in einem großen Gemälde die Himmelfahrt Mariens dargestellt.