
Allerdings ist die Begriffs- und Bedeutungsgeschichte von "Dom" und "Münster" etwas verwirrend. Beide Begriffe können heute sowohl große und bedeutende Kirchen als auch Bischofskirchen bezeichnen.
"Dom" kommt ursprünglich vom lateinischen Wort domus und bedeutet Haus. Der Begriff domus wurde in der christlichen Tradition lange Zeit nur für die bischöfliche Hauskapelle und erst nach dem Mittelalter ausschließlich für die Bischofskirche verwendet. Daher kommt es, dass auch heute noch ältere bedeutende Kirchen, die keine Kathedralen sind oder waren, Dom genannt werden, etwa der Altenberger, der Braunschweiger und der Goslarer Dom.
Der Begriff "Münster" kommt ursprünglich vom griechisch-lateinischen Wort monasterium, womit seit frühchristlicher Zeit ein Kloster bezeichnet wurde. Umfasste der Begriff monasterium anfänglich den gesamten Gebäudekomplex eines Klosters, so wurde er später für die Klosterkirche reserviert. Von hier aus ging der Begriff Münster auf Bischofskirchen über, etwa in Straßburg, Basel und Konstanz. Er wurde im Mittelalter, und vor allem im südwestdeutschen Raum, aber auch zur Bezeichnung bedeutender Stadt- und Stiftskirchen verwendet, die keine Kathedralen waren, in denen aber wie in den Klosterkirchen ein regelmäßiges Gebet von Geistlichen stattfand. Hier sind etwa das Ulmer, das Überlinger und das Freiburger Münster zu nennen.
Mit den verschiedenen Traditionen der christlichen Konfessionen hat die unterschiedliche Verwendung von Dom und Münster, anders als oft vermutet wird, nichts zu tun. Es gibt katholische und evangelische Dome und Münster.
